Gymnasium Ohmoor, GK Geoökologie 1997:

Unsere Vorgehensweise bei der Gewässeruntersuchung:

Zeitlich:

Es wurde ein an unserer Schule "Intensivtag" genannter Zeitrahmen beantragt. So standen statt des wöchentlich zweistündigen Kurses ein Tag mit 7 Stunden Arbeitsmöglichkeit von 8 Uhr bis ca. 14Uhr30 zur Verfügung. Dank des Einsatzes von Fahrrädern, mit denen die Meßstellen schnell erreichbar waren, konnte die Probenahme über eine Strecke von ca. 25 Kilometern von 8:00 bis 11:30Uhr erledigt werden. Nach einer Pause wurden von 13:30 bis 14:30 im Chemielabor unserer Schule weitere Messungen an den Proben vorgenommen.

Erfaßte Daten:

Wetterbedingungen, Querschnitt und Fließgeschwindigleit sowie Temperatur des Gewässers, Sauerstoffgehalt, BSB2, pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit. Im Labor: Nitrat, Phosphat, Ammonium, Sichttiefe. Die GREEN-Methode erfasst von diesen Werten nicht die elektrischen Leitfähigkeit und den Ammonium-Gehalt. Dafür wird nach BACH nicht die Sichttiefe erfaßt.

Arbeitsmaterial an der Meßstelle:

Zollstock, elektronische Geräte: Thermometer, Sauerstoffsonde, pH-Meter, Leitfähigkeitsmessgerät, PE-Probenflaschen, Winkler-Probenflaschen, dest.-Wasser, 10 Liter Eimer, Alufolie, Fahrräder, Rucksäcke

Arbeitsmaterial im Labor:

Spektralphotometer, Macherey und Nagel PF10-Photometer mit Chemikaliensatz zur Prüfung von Phosphat, Nitrat und Ammonium; Winkler-Set zur Sauerstoffbestimmung (BSB), 3 Reagenzgläser für jede Probe

Organisatorisches:

In die Meßmethodik wurde die Schülerinnen und Schüler an der ersten Meßstelle eingewiesen. Jeweils zwei Teilnehmer haben sich den ganzen Vormittag um die Erfassung eines Parameters gekümmert, oder Proben gezogen. Schon nach der dritten Meßstelle ergab sich so etwas wie ein eingespieltes Team, das ohne weitere Anweisungen arbeiten konnte. Auch nachmittags wurde zunächst der Umgang mit den Photometern erklärt und dann ebenfalls arbeitsteilig vorgegangen. So konnten an einem Tag über 100 chemisch-physikalische Messungen durchgeführt werden.

Zur Sauerstoffmessung mit der Sonde mußte diese in einem 10-Liter Eimer gerührt ("angeströmt") werden. Die Sauerstoffsättigung für die BSB-Probe wurde durch heftiges Rühren mit der Sonde erreicht. Die Sichttiefe haben wir mit dem Photometer bei 400nm und der selbst bestimmten Formel Sichttiefe in cm = e hoch (0,056 mal Transmissions% minus 0,5174) vorgenommen.

In der darauffolgenden Unterrichtsstunde haben wir nach Tabellen (Broschüre der Schulbehörde "Gewässer im Stadtteil") die Berechnung der Gewässergüte mit Taschenrechnern vorgenommen. Diese Arbeit wäre mit der von der Hamburger Landesbildstelle vertriebenen Software "Umweltatlas Wasser" erleichtert worden, sie stand uns aber gerade nicht zur Verfügung.

C.-J. Bautsch, Gymnasium Ohmoor Hamburg, den 14. September 1997