Seit einem Jahr werden am Gymnasium Ohmoor fast täglich Umweltbeobachtungsdaten und im Internet über das GLOBE-Projekt mit anderen Schulen ausgetauscht. Insgesamt 3000 Schulen werden weltweit nach dem gleichen Standart Wetter-, Boden und Gewässerdaten erfassen. Der GLOBE-Rechner in Colorado / USA errechnet daraus am gleichen Tag ein entsprechendes Abbild der Erde. Das Internet als verbindendes Element soll den Schülern helfen, ein Bewußtsein über unsere Umweltbedingungen und deren Veränderungen zu entwickeln. Parallel stehen auch wissenschaftlich erhobenes Material, z.B. von der NASA zur Verfügung. Für Geographie-Unterrichtsstunden wurde daraus folgendes Aufgabenblatt zusammengestellt. Die Karten sind im Original farbig und wurden in kopierbare sw-Abbildungen ungewandelt.
Arbeitsblatt: Klimageographie Brasiliens
Ziele:
Entwicklungsprobleme in Brasiliens resultieren auch aus den großen regionalen
Disparitäten des Landes: "reicher Süden", "verarmter Nordosten",
"bedrohter Binnenraum im Nordwesten" sind hier wichtige Stichworte. Historische
Entwicklung und geoökologische Differenzierungen müssen als Vorraussetzung zum
Verständnis der Veränderungen analysiert werden. Ziel diese Arbeitsblattes ist es, die
grundlegenden Klimastrukturen des Landes zu erkennen um Entwicklungsprobleme verstehen zu
lernen.
Methodisches:
Es bietet sich an, die "statischen" Klimakarten des Schulatlas mit dem
dynamischen auf den GLOBE-Tafeln abgebildeten Wettergeschehen zu vergleichen. Eigene
"Klima"karten können abgeleitet werden.
Vorraussetzungen:
Die Schülerinnen und Schüler sollten die Grundstrukturen des tropischen
ITC/Passat-Systems mit den Klimazonen vollhumide, semihumide, semiaride Tropen sowie aride
Tropen/Subtropen kennen.
Vorraussetzungen:
Die Schülerinnen und Schüler sollten die Grundstrukturen des tropischen
ITC/Passat-Systems mit den Klimazonen vollhumide, semihumide, semiaride Tropen sowie aride
Tropen/Subtropen kennen.
Aufgaben:
Folgende Ansichten Südamerikas wurden vom GLOBE - Data - Server am 9. August 1996
moduliert. Die im Original farbigen Karten zeigen den Kontinent mit der maximalen
Lufttemperatur, der Niederschlagsmenge und dem Oberflächenrückstrahlungsvermögen
(Albedo) an d i e s e m Tag.
Aufgabe 1.
Vergleichen Sie die Strukturen mit den Klimakarten auf Seite 208, 210 und 220 im
Diercke-Atlas. Erklären Sie folgende Einzelheiten:
Abb. 1: Die Temperaturverhältnisse im Inneren, im Süden Brasiliens sowie im Ostpazifik
/T1 bis T3)
Abb. 2: Die momentane Lage der Regengebiete nördlich von Brasilien, an der Nordostküste
und im Süden (R1 bis R3)
Abb. 3: Die niedrige Rückstrahlung der Oberfläche in Amazonien und die hohen Werte des
Nordostens (A1, A2)
Aufgabe 2.
Entwerfen Sie eine schematisierte Klimaskizze Brasiliens mit 5 verschiedenen Gebieten nach
diesen Abbildungen.
Die Abbildungen:
GLOBE / Klima BrasilienErgebnisse:
Abb. 1:
Ähnlich der Karte 2 im Atlas (Diercke S. 208) zeigt die Oberfläche im Verbreitungsgebiet
des tropischen Regenwaldes die höchsten Oberflächentemperaturen (Werte bis 40° C). Mit
dem Zentrum und dem Westen bedeckt diese Fläche zwei Drittel des Landes (T2).
Im Süden Brasiliens wurden dagegen nur "gemäßigte" Tageshöchstwerte von
20°C erreicht (T3).
Im Bereich von T1 findet sich eine etwas kältere Wasseroberfläche. Sie muß im Vergleich
zur Klimakarte auf Seite 220 als kalte Meeresströmung, dem Humbolt-Strom, gedeutet
werden. Er hat seinen Ursprung in der Antarktis und verläuft, wie Abb. 1 zeigt
küstenparallel von Süd nach Nord um in der Nähe des Äquators nach westen abzubiegen.
Abb. 2:
Die innertropische Konvergenzzone (ITC, Atlas S. 208/2)) verläuft jetzt im Nordsommer
nördlich des Äquators. Die Regenwaldgebiete durchlaufen also eine kurze Trockenzeit,
bevor das Regenband die Gebiete in ein paar Wochen wieder bedecken wird. Die geringe
Bewölkung erklärt das zur Zeit hohe Temperaturniveau der inneren Tropen.
Auch an der Nordostküste gab es am 9.8.96 Niederschläge (R1). Der Südostpassat
entwickelt hier gelegentlich Steigungsregen. Die Atlaskarten Nr. 3 und 4, S. 208 deuten
dieses Phänomen an.
Im Süden Brasiliens muß sich gerade ein aussertropisches Teifdruckgebiet abgeregnet
haben. Von Süden heranziehend brachte es die für Südbrasilien typischen
Kaltluftvorstöße (s. Atlas S. 208/1,2,4) mit Regenfällen.
Abb. 3:
Die niedrige Rückstrahlung der Oberfläche in Amazonien ist eine Folge der Waldbedeckung.
Die Blattoberflächen nehmen sehr viel Sonnenstrahlung zur Assimilation bzw. zur
Wasserverdunstung auf. Zur Abgrenzung der immergrünen Regenwaldgebiete scheint diese
Abbildung besser geeignet als Abb. 1.
Auffällig ist die hohe Rückstrahlung der Fläche A2, dem Nordosten Brasiliens. Die
Vegetationsbedeckung dieses Trockengebietes ist gering und die Reflektion des Lichtes
entsprechend hoch. Weil die Albedo so hoch ist wie die der noch am Rand von Abb. 3
erkennbaren Sahara muß angenommen werden, daß hier zur Zeit eine Dürre herrscht. Die
ungeöhnliche, relativ äquatornahe Lage dieses Gebietes läßt sich nur in Zusammenhang
mit dem unter T1 angedeuteten Humboldstrom (steuert das El-Nino Ereignis), und der Lage
der mit R2 gekennzeichneten ITC verstehen. Schwächt sich das den Humbolt-Strom
antreibende Hoch über dem Südpazifik ab, so verstärkt sich das Südatlantik-Hoch. Der
von Afrika kommnende Benguelastrom reicht dann bis Brasilien und ermöglicht die auf der
Atlaskarte 4, S. 208 angedeutete Walker Zirkulation. Das sich so über dem Nordosten
etablierende Hoch bewirkt die Wendekreis-typische Trockenheit. Nach Abb. 1 besteht das
El-Nino-Ereignis zur Zeit aber nicht.